tja, mein letzter Beitrag ist schon etwas länger her und ich will die geneigte Leserschaft heute ein wenig updaten:
Sebastian ist seit dem 20.09. da und wir haben ganz viel unternommen. In den ersten Tagen musste noch der Jetlag ausgeschlafen werden, aber letzte Woche hatten wir volles Programm:
Mittwoch: mit der Bahn nach Gjövik. Kleines Nest am größten Binnensee Norwegens, dem Mjösasee. Starker Nebel verwehrte uns die Sicht ans andere Ufer, also weiter nach Gran.
Von dort aus sollte ein Bus nach Brandbu verkehren, allerdings erst eine Stunde nach Ankunft unseres Zuges. Daher entschieden wir uns zu Fuß zu gehen. Da kein Weg ausgeschildert war, fragte ich die nächstbesten Passanten. Natürlich auf Norwegisch. Die meinten es wäre ja ganz schön weit und boten uns daher an, uns mitzunehmen! Auf der Fahrt versuchte ich ein wenig Small Talk auf Norwegisch aufzubauen, was auch ganz gut klappte. Oft wechseln die NorwegerInnen sofort zu Englisch, wenn sie wissen oder merken, dass du AusländerIn bist. In diesem Falle konnten die beiden genausogut Englisch wie ich Norwegisch (oder so ähnlich), so dass sie dankbar waren für eine Konversation auf Norwegisch...

In Brandbu angekommen, sahen wir uns den Fjord und die schöne Landschaft dahin an, um abends schließlich müde nach Oslo zurück zu kehren.
Donnerstag: An diesem Tag ging es ins schwedische Göteburg. Preislich ist das ein himmelweiter Unterschied und so gingen wir
Shoppen! Ich bekam neue Stulpen für die kalten Tage in Oslo und legte mir - ganz typisch für Skandinavien - eine Leggins zu. Diese werden vorwiegend unter kurzen Röcken zu jedem Wetter getragen. Ich will das neue Stück aber zum Orientalischen Tanz tragen.

Für Sebastian gab´s ein Designerstück: eine Tentakel aus biegsamen Plastik, wobei man in die Arme Duschgel und Shampoo klemmt.
Freitag: Nachdem wir am Donnerstag schon um kurz nach 5 aus dem Bett mussten (unser Zug fuhr schon um 7), haben wir den ganzen Vormittag verschlafen. Um kurz nach 11 weckte mich Sebastian dann glücklicherweise, weil ich sonst wohl auch mein Seminar verpennt hätte. Zum essen trafen wir uns mit Einar, dem Norweger, der in Marburg studiert... Sonnenschein löste den ganzen Nebel und Regen ab, so dass Inga und ich mal wieder zum Sognsvann taperten. Sebastian redete sich mit einer leichten Erkältung raus.
Trotz kalten Wassers schafften wir noch den Turn um den Steg und sprangen - weils so schön war - gleich noch mal rein!

Abends waren wir bei Ida aus Dänemark eingeladen. Sie und ihr Freund wohnen im sogenannten Silo. Das ist eines der besten Studentenwohnheime, weil einzigartig. Von außen sieht es wie ein Silo aus, daher eben der Spitzname. Jede Wohnung hat ein rundes, großes Zimmer, eigenes Bad und Kochecke. Leider für uns unerschwinglich: über 5000 Kronen pro Monat.
Die beiden hatten Lachs für uns gekocht, der für unseren Gaumen vorzüglich war, Ida war aber irgendwie nicht ganz so zufrieden. Wir hatten einen tollen Abend und noch einen tollen Ausblick vom 17. Stock des Studentenwohnheims in Grünerlökka.
Samstag: Den Abend zu lange weggeblieben und nun zu früh aufgestanden... Um 7.43 ging unser Zug nach Skien (nach Einar wird es in etwa so ausgesprochen: Schäen, ein bischen Genuschel kann nie schaden). Das Wetter hatte sich wieder in eine trübe Suppe verwandelt und als wir in Skien ankamen, regnete es mal wieder ordentlich. Wir suchten also erstmal das nächste Café auf. Wir spazierten noch etwas umher und nahmen dann den Zug in Richtung Sandefjord.
Das ist eine alte Walfängerstadt. So begutachteten wir denn auch ein altes Schiff mit Harpune und das Hvalfangstmuseet. Leider waren wir 10 Minuten vor Schluss da, so dass die nette Dame von der Kasse mir nur noch einen großen Stapel Infomaterial umsonst! in die Hand drückte.
Wir machten Fotos von Hafen und Walfangbrunnen, bevor es auf einmal richtig zu schütten anfing. Weil ich mal wieder irgendein Haus von Nahem fotografieren wollte, bafanden wir uns glücklicherweise in der Nähe einer Tankstelle. Wir wären zu zweit unter dem kleinen Regenschirm auch völlig verloren gewesen. Es regnete so stark, dass selbst der Mann aus der Tankstelle nach draußen kam, um zu staunen. Ein Gewitter zog dann über uns weg, wobei es klang als würden die Holzlatten der Häuser neben uns zerstört. Irgendwann machten wir uns dann wieder auf in Richtung Bahnhof. Ich hatte in der zwischenzeit eine ziemlich nasse Hose, so dass wir uns entschlossen nicht mehr nach Tönsberg zu fahren, sondern gleich nach Oslo durch zu fahren. Abends feierte Henrike auch ihren Geburtstag, so dass ich noch in den Genuss eines Jägermeisters kam...
wakeup - 5. Okt, 10:09