Montag, 27. November 2006

und nun: das Wetter

letzte Nacht hat`s gefroren!!!

Sonntag, 26. November 2006

Stadtspaziergänge - die zweite

Nachdem ich Sebastian zum Flybussen gebracht hatte, zog es mich zur Nationalgalleriet. Eine Stunde lang studierte ich Monet´s, Picasso´s und Munch´s Werke, lief aber an den meisten mdernen Leinwänden relativ achtlos vorbei. Nur ein Friedhof der Kuscheltiere erregte mein Aufsehen...
Danach spazierte ich zum Pilstredet Park (neue Wohnsiedlung). Durstig, entdeckte ich glücklicherweise einen Bunnpris (åpen alle dager 9-22)... Weiter ging´s durch den Park St. Hanshaugen, der erstaunlich hoch gelegen ist. Von dort lief ich in Richtung Trikklinie und kam zufällig noch an einer hübschen Kirche vorbei (Fagerborg Kirke in Bislett).

Stadtspaziergänge - die erste

Gestern regnete es dann zur Abwechslung mal wieder. Sebastian und ich wollten aber ein wenig raus und liefen zur "Gamle Aker Kirke". Diese war leider verschlossen und so ging es den Berg hinab Richtung St. Olav und Stortinget. Zwischendurch habe ich in vorweihnachtlich geschmückte Läden geluschert. Das ist soooo schön. Wäre da nicht der Regen gewesen. Ich war irgendwann so aufgeweicht, dass ich nur noch nach Hause wollte. Aufgewärmt und gesättigt zogen wir uns noch ne Runde Filmchen von YouTube rein - von Mittermeier bis Kerkeling...

Australian Dinner

Freitag Abend waren wir zum Australian Dinner bei Suzanne eingeladen. Schlemmen! Sie hatte Cole Slaw, Quiche sowie Rucolasalat mit Mango und Rosinen gezaubert und als Dessert gab es TimTam Slam! Dazu ausreichenden australischen slang, den ich wirklich nur schwer verstehe...

Als nächstes Treffen der G-Group ist ein hytta-Wochenende in der Nordmarka geplant! Hoffentlich gibt´s Schnee!

Bogstadvannet

Bogstadvannet2
Freitag schlug ich Sebastian vor, zum Bogstadvannet zu fahren und dort ein wenig spazieren zu gehen. Gesagt getan. Nachdem wir noch das schöne Anwesen am anderen Ufer bestaunt hatten...

Bogstad-gard

... war der normale Weg auf einmal zu Ende. "Ingen Gjennomfart" stand auf dem Schild. Hmm. Da entdeckten wir einen kleinen Wegweiser mitten in den Wald. Blaue Markierungen an den Bäumen wiesen dann den weiteren Weg.

Wie schon mal erwähnt, hatte es die letzten Wochen viel geregnet. Die Wege konnten teilweise nur im halben Spagat abgeturnt werden. Irgendwann, so mittendrin, bewunderten wir ein schönes kleines Bächlein den Berg hinunter. Bis uns bewusst wurde, dass dieser Bach unser Weg sein sollte!!! Zum Umkehren war es zu spät, denn um 4 wird hier ja das Licht ausgemacht. Wir schafften sämtliche Hindernisse, überquerten einen reißenden Strom und waren auf einmal mitten im finsteren Wald.



Es war so duster, dass wir gerne gelaufen wären, um noch bei Dämmerung den Ausgang aus dem Wald zu finden! Doch der matschige Boden bzw. die vielen Äste verboten dies.

Wir hatten weder Taschenlampe noch Handy dabei. Draußen übernachten ist bei dieser Jahreszeit irgendwie auch nicht drin... Es war bereits Viertel nach 4 als wir eine Straße entdeckten, die uns letzendlich zur nächsten Bushaltestelle führte. Die Zivilisation war uns nun sehr willkommen!

XXX

Drei Kreuze im Kalender: Sonne und etwas blauer Himmel in Oslo! Sämtliche Grautöne hatten wir zuletzt und lange. Viel Regen und 5-10 Grad. "Too hot" sagt da die Dänin. Tja wer hätte nicht gerne wieder Schnee. Das war der Wetterbericht für heute...

Mittwoch, 22. November 2006

Werder gewinnt!!!!

Google

wie ich ja schon mal angemerkt habe, lese ich gerne einen blog weiter. Da gibt es immer wieder interessante Sachen zu lesen. Heute bin ich auf einem mir-geht´s-ganz-scheiße-blog sowie einem hoffentlich-werde-ich-bald-schwanger-blog gelandet. Letzterer wird von einer 19-jährigen geschrieben, die genau dokumentiert an welchem Zyklustag sie sich befindet. Sachen gibt´s...

Die Namenssuche der bloggerin bescherte mir auf jeden Fall ein herzhaftes Lachen: der Link führte zu einem Artikel, in dem berichtet wurde, dass ein in Schweden lebender Libanese sein Baby unbedingt nach seiner favorisierten Suchmaschine nennen wollte. Der Kleine heißt nun "Oliver Google Kai".

erfolgreicher Abend

heute zeigte sich Oslo mal wieder von seiner Schokoladenseite: Regen, weniger Regen, mehr Regen, Nieselregen und dazu die passende Kolorierung des Himmels: grau, dunkelgrau, knallgrau...
Um 6 wäre ich schon fast über meinen Büchern eingeschlafen. Während ich mich mit Grün- und Schwarztee volllaufen ließ, habe ich doch noch zum Arbeitsmodus zurück gefunden! Und mal schnell meine Gliederung für das course paper überarbeitet, so dass es morgen endlich richtig losgehen kann. Das weiß wohl jede/r SozialwissenschaftlerIn: Eine gute Gliederung ist die halbe Miete...

zweimal Museum mit Schlagsahne bitte

Sonntag Morgen kamen Verena und ich nicht so früh aus den Federn und frühstückten erst mal gemütlich. Die Sonne blinzelte: also optimales Wetter für den Sognsvann! Nach dem Spaziergang gönnten wir uns dann auch noch frische Waffeln, hmmm. Weiter ging´s zum Frognerpark und zum Botanischen Garten. Dort gibt´s zu dieser Jahreszeit nicht wirklich viel zu sehen. Ein paar Kakteen erregten unsere Aufmerksamkeit, dann schlenderten wir durch das mineralogisch-geologische Museum: Ich sag nur "Steine"! Als Laie urteilt man ja in so geistreichen Kategorien wie "Hübsch" und "Nicht so hübsch". Viertel vor 4 wollten wir dann noch schnell ins Naturhistorische Museum. Die ließen uns dann auch promt so rein marschieren. Die aktuelle Ausstellung dreht sich um schwule und lesbische Tiere - ja richtig gelesen. Wir lasen über Orcas und Pinguine, Flamingos und Affen. Eine kleine Fotoreihe zeigte einen Affen beim Masturbieren - wir haben uns prächtig amüsiert ;>
...

Tooor!

Gerade gefallen! Das 1:0 von Mertesacker per Kopfball...
Werder gegen Chelsea in der Championsleague

Samstag, 18. November 2006

Abendstimmung um 16.00

Hier noch ein paar Fotos rund um Oslos Hafen:
Inga-Julia-Verena

Hafen

Schöne Abendstimmung - Blick auf den Oslofjord
Oslofjord

Stortinget

Kleine Führung gefällig? Gerne. Und auf ins Stortinget - Norwegens Parlament! Besonderheiten, die hängen geblieben sind: Im Parlament sitzen die Abgeorneten nach Landesteilen, sprich fylke, sortiert.
Stortinget1
38% davon sind Frauen. In der Regierung sind 9 Frauen und 10 Männer. Zudem gibt es zwei Kammern. Wofür die wirklich gut sind, muss ich irgendwie noch mal nachlesen...
Der kleine Saal:
Stortinget2
Eine Kopie des Grunnlovet ist ausgestellt, welches sich die Norweger (weil nur Männer) im Jahre 1814 gegeben haben. Trotzdem wurden sie erst 1905 wirklich unabhängig - nach der Union mit Dänemark und später Schweden. Aktueller König ist Harald der 5.:
Harald-5-

Freitag, 17. November 2006

Kommentare erlaubt

WE

Das verspricht, ein gutes Wochenende zu werden: Verena kommt aus Stockholm zu Besuch und bringt Haselnussmasse und Badezeug (für den Sognsvann) mit!

Samstag gibt´s dazu noch den ultimativen Ausblick über die Dächer der Stadt, denn wir sind von Liene zu einer lettischen Party eingeladen - im Grünerlökka studenthus. Es wird der lettische Nationalfeiertag zelebriert...

Heute Abend kommt dann auch Julia aus Trondheim, um mit uns die Stadt zu erkunden. Sightseeing time!

Norwegische Kultur

Gestern Abend haben wir ein wenig norwegische Kultur genossen: Elling. Ein wirklich lustiger Film. Der Set ist rund um Majorstuen, Oslo. Und wer hätte es erahnt - er handelt auch vom norwegischen Wohlfahrtsstaat! Dies war der erste Streich, der nächste folgt bestimmt bald! www.elling-der-film.de

neues Seminar

gerade aus Riga zurückgekehrt, fing am Dienstag mein neues Seminar an, mit dem Titel: Foreign Policy Analysis - The European Union. Diese Woche ging´s um Diplomatie und die Veränderungen im Laufe der Zeit.

Seminar heißt hier eigentlich fast immer Vorlesung, bei der man auch zwischendrin Fragen stellen darf. Sowas kann ja bekanntlich seeehr langweilig sein bzw. einschläfernd (ich erinnere an Prof. Rupp...). Die Professorin von diesem Kurs, Janne Haaland Matlary, ist dagegen schon vertraut mit neuser Technik (Powerpoint) und bringt viele Beispiele an, auch aus ihrer eigenen Erfahrung. Tja, sie war halt schon State Secretary of Foreign Affairs in the Norwegian Christian-Democratic government, 1997-2000. Sowas ist in Marburg kaum denkbar. Provinz eben.

Die Professoressa* (Kurz-Scherf ) sagt, sie habe sich noch entscheiden müssen für Kind oder Karriere. Wenn man den CV von Prof Matlary liest, merkt man schon, dass die Vereinbarungsproblematik in Norwegen eine ganz andere sein muss (4 Kinder). Da wird ein EU-Seminar insgeheim doch wieder zur welfare-state analysis...

* Danke Katharina für diese schöne Wortschöpfung!

Donnerstag, 16. November 2006

Riga - das Abenteuer

Eine chronologische Auflistung der Ereignisse in 5 Akten

Drache

wie alles begann...
Die Idee hatte uns Liene in den Kopf gesetzt. Liene aus Valmiera, Lettland. Flüge nach Riga seien total günstig! Das ließen Inga und ich uns nicht zweimal sagen und stellten gleich Nachforschungen via Internet an. Norwegian wurde preislich von Air Baltic geschlagen und nach einem Luscher auf die Schwarze Liste buchten wir unsere Reise ins Paradies der billigen Preise (eigentlich ist das aus norwegischer Sicht fast überall...).

Unser Flug wurde lange vor Abreise anderthalb Stunden nach vorne verschoben, was sich dann auf Grund der Wetterverhältnisse (Schnee in Riga) und verspätetem Flugzeug fast wieder erübrigte. Aber dazu gleich. Zunächst mussten wir uns der großen Herausforderung von Europäischen Richtlinien stellen. Die Flüssigkeiten im Handgepäck!

Gelernt haben wir folgendes: Zu Flüssigkeiten wird auch der Lippenpflegestift (ich will keinen Namen nennen) und die Handcreme gezählt. Da wir bereits in der Eingangshalle großzügig mit tauglichen Tüten ausgestattet wurde, war dies alles eigentlich nur ein mega Organisationsproblem für die Flughafen Security. Kommt jetzt der Beutel in eine extra Wanne durch die Kontrolle oder kann dieser auch auf der Jacke liegen? Mitarbeiterin A packte diesen extra, damit Mitarbeiterin B den wieder auf die Jacke legte ;>
Das soll eineR verstehen! Gute Nachricht: Bei mir piepts nicht...
Inga dagegen musste sich halb ausziehen. Aber wie ihr ja von den diversen Fotos wisst, sieht sie auch sehr nach Terroristin aus!

Inga-in-Riga

Sicherheitslücke 1: Mein Lippenpflegestift wurde dann noch nicht mal näher begutachtet! Aber wer meint denn auch, dass die Security da auf einmal SprengstoffexpertInnen hinsetzt???
Sicherheitslücke 2: Weil ich mit den Gedanken schon ganz woanders war, drückte ich Inga einfach irgendeines der Flugtickets in die Hand. Genauer gesagt - meins. Wir sind damit bis ins Flugzeug gekommen, ohne dass jemand nur mit der Wimper gezuckt hätte!

Der Flug wurde ganze dreimal nach hinten verschoben, so dass wir ewig am Flughafen warten mussten. Im Flugzeug hatten wir dann den Genuss relativer Enge, schreiender Kinder und stinkender Luft aus dem ChemieWC - wir saßen in der letzten Reihe...
Gelandet in Riga, konnte das Flugzeug nicht an den Gang ran fahren, so dass wir mit dem Bus irgendwo abgeholt wurden. Dabei warnte die Crew uns bestimmt dreimal vor dem slippery ground. Ja, der Boden war schon sehr vereist, aber das sind wir ja aus Oslo gewohnt! Sogleich stiegen wir in den Lokalbus nach Riga City.

Riga4

Leider verstanden wir aber auch nicht mehr als Riga. Die Straßennamen waren lettisch uns somit undeutbar für uns. Auch die Konduktora (mobiler Fahrkartenautomat aus Vorzeiten) konnte uns nicht weiterhelfen, weil sie kein Wort Englisch konnte. Wir stiegen daher zu spät aus! Da wir uns nur die Wegbeschreibung von dem Busterminal aufgeschrieben hatten, nun aber in einer einsamen Gegend irgendwo anders waren, liefen wir einfach in irgendeine Richtung. Gefühlt: zurück.

Gleich bei der ersten Ampel winkte uns ein Mann aus einem Bully. Sonst war niemand weit und breit zu sehen (eine Stunde Zeitverschiebung nach hinten - es war also spät). Ich ging also hin und zeigte auf den Straßennamen, in der das Hostel gelegen war. Er zeigte nach rechts unter eine Brücke und meinte, dass er uns ja mitnehmen könne, schließlich wär das ein ganzes Stück. Zwei Mädels allein unterwegs, männliche Gestalt im Wagen, nicht in Norwegen: Ich lehnte dankend ab. Nach einer ganzen Weile Nachtspaziergang, konnte uns dann doch noch ein anderer Traveller weiterhelfen und schon bald waren wir im Hostel. Tja, die Touristen sind manchmal die besseren Guides...

Riga7


Ganz großes Kino
Das Hostel können wir nur empfehlen! Die MitarbeiterInnen sind überaus freundlich uns hilfsbereit. Die Küche bietet zwar keine Kochmöglichkeiten, aber eine Espressomaschine und eine kuschelige familiäre Atmosphäre. Neben der Rezeption lag ein Aufenthaltsraum, in dem man immer Leute getroffen hat und morgens früh zumindest den Computer mit kostenlosen Internetzugang! Im Zimmer war frische Luft und genug Platz. Das Bad immer sauber. Das alles gab´s für 10 Eur0 die Nacht. Allerdings sollte man bei einem Aufenthalt im Dormitory immer Ohrenstöpsel dabei haben, sonst gibt´s noch gratis Spanisunterricht dazu.
www.argonaut.lv

Hauswand

Am nächsten Morgen ging es dann in die Old Town, an derem Rande das Hostel auch liegt. Somit war alles schnell zu erreichen. Die City ist auch von Sehenswürdigkeiten zugestopft!

Die-drei-Brueder

Nur einen Bäcker fanden wir zunächst nicht. Nachdem wir ca. eine Stunde rumgelaufen waren und schon massig fotografiert hatten, trafen wir dann doch noch auf kleine süße Teilchen. Eigentlich sind wir ab dem Zeitpunkt in jede Konditorei gegangen, wenigstens um zu gucken und riechen. Hmmmmm. Während unseres Spazierganges wurden wir mehrmals von Schnee-Lawinen bedroht, aber wir haben es immer heil heraus geschafft...

Riga5

Da ich nach einem schönen Aufnäher für meinen großen Rucksack suchte, drängt es mich in jeden Suveniri-Laden der Stadt. Früher habe ich um solche Läden einen extra großen Bogen gemacht, jetzt mache ich mir einen Spaß draus... Ich hab einen runden Aufnäher gekauft mit dem Wahrzeichen der Stadt: eine schwarze Katzte auf dem Dach.

Riga

Mittags kamen wir in den Genuss eines echt lettischen Essens, wobei ich es leider nicht mehr betiteln kann. Man könnte sagen: Teigtaschen mit verschienen Sorten Pesto und frittierten Teilchen. Als Vorspeise Solianka. Das ganze zum Mensapreis! Wir gönnten uns dann nachmittags noch Kaffee und Kuchen und fühlten uns wie im Schlemmerland.

Freiheitsstatue

Plan für der Abend war endlich mal wieder Kino! Perfume hatten wir uns ausgesucht. Doch manchmal kommt eben alles ganz anders als man denkt! Wir hatten gerade ein paar Sachen für den nächsten Tag im Stockmann´s eingekauft und wollten diese noch eben ins Hostel bringen. Auf dem Weg dorthin wurde aber mein Portmonnaie geklaut mit sämtlichen Karten, Bargeld und die Kinokarten!

Es geschah in einer dunklen, einsamen Gasse nahe des Bahnhofes und eigentlich nur eine Parallelstraße zum Hostel... Die Mitarbeiterin im Hostel rief sofort die Polizei an, um uns zu sagen wohin wir den fahren sollten, um den Sachverhalt aufzunehmen. Ich vertelefonierte innerhalb von 4 Minuten die gerade aufgeladenen 150 Kronen meiner norwegischen Handykarte mit meinem Papa. Karten sperren war nun sein Job. Ich hatte mit Polizei und Botschaft auch genug zu tun.

Inga und ich machten uns mit der Straßenbahn auf in Richtung Polizeidienststelle. Das Geld bekamen wir vom Hostel geliehen, weil ich all unsere lettischen Lats dabei hatte. Dort empfing uns ein jugendlicher Polizist, der gar nicht ganz zuhörte, was passiert war und dann meinte, es müsste ein Übersetzer bestellt werden. Das könnte dauern. Vielleicht eine Stunde, vielleicht zwei. Man kommt sich einfach verarscht vor. Wir warteten also. Neben den Verbrecherfotos und den vermissten Kindern und Frauen. Zwei alte Stühle standen rum. Der Flur sah aus wie zu alten SU-Zeiten, hinten lief ein Film auf russisch.

Irgendwann wurde ich dann mit dem Übersetzer verschleppt. So zumindest dachte Inga, alleine über eine Stunde wartend, weil sie nicht mit ins Büro durfte. Ich zählte auf, was alles gestohlen wurde. Details waren aber unwichtig - ob es nun ein schwarzes Portmonnaie gewesen ist, wo Oxmox drauf steht oder nur von der Marke - wen interessiert das schon??? Den Polizisten und Übersetzer auf jeden Fall nicht. Sie vergaßen auch fast, meine Kontaktadresse aufzuschreiben, falls sich doch zufällig was wieder anfinden sollte...
Die Botschaft war unser Ziel für den nächsten Morgen:

dt-Botschaft

Da ich nicht nach Deutschland ausreisen wollte - sondern nach Oslo - knöpften sie mir umgerechnet ca. 70 Euro für einen neuen Pass ab, der dazu nur ein Jahr gültig ist! Wir mussten auch gleich zwei mal ins Fotostudio, da ich zuerst zu klein auf den Bildern war. Kleiner Trost: die Bilder waren nur halb so teuer wie in einem deutschen Automaten. Auf dem Weg dorthin, kamen wir hier vorbei- ein 24 Stunden Blumenladen. Wer nachts um 2 dringend Blumen braucht, weiß ich bis heute nicht...

Blumenladen


Lettland is like...

Frauen in high heels und Popomanschette liefen überall durch den Schnee und die eisglatten Straßen. Inga hat ja schon gemutmaßt, dass Stöckelschuhe die moderne Form der Spikes seien... Es wird auch gemunkelt, dass Lettland ein Frauenüberschuss hat und die sich deshalb so aufbrezeln. Wir sind daher sofort als Touristinnen aufgefallen. Sehr kurios waren auch die Warnhinweise am Eingang zum großen Kaufhaus: Die Abtretmatte war nicht Stöckelschuh-partibel.

Guildhall

Gleich daneben laufen alte Mütterchen, gebeugt und in alten Klamotten, zerschlissene Schuhe. Das kannte ich ja auch schon aus Estland.

Orthodoxe-Kathedrale

In Riga fanden wir auf dem Markt zudem viele Frauen, die Plastiktüten verkauft haben. In allen Farben und Mustern. In den Markthallen gab es alle möglichen Varianten von Fleisch zu kaufen, aber auch Aloe Vera und ganz viel Honig. Ausländische Zeitungen dagegen Fehlanzeige. Zwei englischsprachige haben wir nur am Flughafen gefunden. Die Internationalisierung hat auf diesem Gebiet echt noch Nachholbedarf. Sonst ist Riga schon prächtig touristisch erschlossen. Nur aus der Touri-Info im Bahnhof wurden wir nicht wirklich schlau. Da musste man sich die Fahrzeiten für die Bahn sogar noch abschreiben. Sowas ist man einfach nicht mehr gewöhnt.

Und das Ticket nach Sigulda bekamen wir so:
-Sveiki! Do you speak english?
-No.
-Ok. hmmm. Sigulda?( zwei Finger gezeigt)
-Majori?
-ja.
-hmm. (tippt den Preis und die Uhrzeit in den Taschenrechner): 1,70 lats für beide, einfache Fahrt
-ja, paldies.

Drei ganze Wörter lettisch können wir nach der Fahrt! Es standen zwar noch so hilfreiche Sätze wie - you have beautiful eyes - oder - I have a black belt in Karate - bzw. - Is this a forrest? - auf dem Stadtplan von Riga, den wir vom Hostel bekommen hatten. Aber: die Ausprache hatten wir nach zwei Minuten vergessen. Trotz Offenbarung in Lautschrift - z.B.: Es ney-zinu kur es zee-voy-uh... = I don´t know where I live. Das haben wir dann mal besser gelassen ;>
Die Züge hatten noch Leder- bzw. Holzbänke, auf denen man "bequem" zu zweit, intimer zu dritt sitzen konnte. So eine Reise bringt echt neue Eindrücke...

Meer, Burgen und Schlösser
Mittwoch Nachmittag sind wir nach Jurmala gefahren - ans Meer. Dieses war i schönstes Pastell gehüllt...

Jurmala

Im November ist eine etwas verlassene Einkaufsstraße kaum überraschend, dafür aber der einsame Mann im Meer. Ja, es hat sich einer reingetraut. Wir froren schon am Ufer und mummelten lieber in Ruhe unser Chiabatta mit Oliven - ein Traum von einem Brot!
Neuste oder renovierte Häuser stehen neben zerfallenen Villen oder Hütten, am Strand gab es tankstellenartige Schilder und tote Fische, aber kein Bernstein... Abends gönnten wir uns dann noch einen Cocktail im "Cuba". hmmm.

In Sigulda regnete es die ganze Zeit. Nachdem wir uns kurz in der Touri-Info aufgewärmt hatten, nahmen wir den Bus nach Turaida, um uns die Burg anzusehen.

Turaida

Alle Infos waren auch auf Englisch übersetzt worden, so dass wir Einblick in die Geschichte der Burg bekamen. Zum Schluss sind wir noch den Turm hochgekraxelt, was sich super gelohnt hat - besonders wegen der krassen Nebellandschaft:

Turaida-bei-Sigulda

Sigulda hat eigentlich noch viele andere kulturelle Highlights, aber wir waren ja an die Busse gebunden und wollten noch weiter nach Cesis. Der Bus dorthin war so überfüllt, dass ich schon halb auf dem Schoss eines älteren Herren gelandet bin und Inga besorgt fragte, ob ich noch Luft bekäme. Nun ist das ja kein Feierabendverkehr einer Großstadt, sondern ein Überlandbus. Das war schon sehr befremdend.

Angekommen in Cesis war es schon stockfinster und uns war einfach nur noch eiskalt. Wir fragten nach dem nächsten Bus zurück nach Riga und hatten daher gerade mal 45 Minuten Aufenthalt. Das reichte aber völlig, um einmal zu den zwei Schlösser zu laufen und zurück. Die lagen nämlich nur 5 Minuten Fußmarsch entfernt. Das Schloss erkennt man auf meinem Bild nicht wirklich, dafür ist es ein tolles Zeugnis über den Schnee!




Jugendstil und Kekse
Rigas Altstadt ist einfach wunderschön und so schlenderten wir vor der Abreise am Freitag einfach nochmal durch die Gassen, kauften ein und gingen ins Okkupationsmuseum. O-ton: Die bösen Russen, die bösen Deutschen und nochmal die bösen Russen...

Riga2

Nach einem letzten Atemzug von Jugendstilbauten, ging es dann zum Einkaufen in den Rimi (Kekse, Kekse, Kekse) und schon zurück nach Oslo!

Riga6

Montag, 13. November 2006

Fotos

so, Fotos von Riga sind endlich hochgeladen - die Story dazu gibt´s erst morgen oder übermorgen... eins nach dem anderen...

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Diese Woche...

Musiktipp: apocalypse (Mapletree); Spruch: ganz viele auf der CD von Ina Müller - opp platt

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om wakeup

Hei! siden blir skrevet fra Katrin. Jeg kommer fra Nord-Tyskland, men jeg har studert statsvitenskap, juss og freds- og konfliktforskning i Marburg. Nå er jeg i utlandet om å studere velferdsstaten og naturligvis skandinavisk kjønnspolitikken. Jeg bor i Sogn studentby i Oslo, men jeg reiser gjennom hele Sør-Norge, fordi jeg vil nyte herligt landskapet i Norge! hilsen, Katrin

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Zuletzt aktualisiert: 21. Dez, 00:00

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